Die private Altersvorsorge wird neu gedacht – mit mehr Kapitalmarkt, mehr Flexibilität und weiterhin staatlicher Förderung.
Stand der Informationen: Juli 2026
Die gesetzliche Rente bildet für die meisten Menschen die wichtigste Grundlage der Altersvorsorge. Um den persönlichen Lebensstandard auch im Ruhestand besser absichern zu können, fördert der Staat seit vielen Jahren zusätzlich den privaten Vermögensaufbau.
Mit dem Altersvorsorgedepot wird zum 1. Januar 2027 eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge eingeführt. Sie löst die bisherige Riester-Systematik für Neuverträge ab und richtet den langfristigen Vermögensaufbau stärker an den Chancen internationaler Kapitalmärkte aus. Bestehende Riester-Verträge können grundsätzlich fortgeführt werden.
Auf dieser Seite erfahren Sie verständlich, wie das Altersvorsorgedepot funktioniert, welche Förderung vorgesehen ist, was sich gegenüber der Riester-Rente ändert und worauf Sie bei späteren Angeboten achten sollten.
Inhalt
Das Wichtigste in Kürze
Das Altersvorsorgedepot startet zum 1. Januar 2027 als neue Produktform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Es verbindet staatliche Zulagen und mögliche Steuervorteile mit einer stärker kapitalmarktorientierten Anlage. Für Neuverträge gilt ab 2027 die neue Fördersystematik; bestehende Riester-Verträge bleiben grundsätzlich erhalten.
📅 Einführung
Neue Altersvorsorgedepots und weitere Produkte der reformierten privaten Altersvorsorge können ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Für ab diesem Zeitpunkt abgeschlossene Neuverträge gilt die neue Fördersystematik.
⚖️ Aktueller Stand
Die Reform wurde 2026 beschlossen. Die gesetzlichen Grundlagen für die neue Produktwelt stehen damit fest. Welche Anbieter bereits zum 1. Januar 2027 marktreife Altersvorsorgedepots anbieten, wird sich im weiteren Verlauf des Jahres zeigen.
💶 Staatliche Förderung
Vorgesehen sind eine beitragsabhängige Grundzulage von bis zu 540 EUR jährlich, Kinderzulagen von bis zu 300 EUR je Kind, ein möglicher Berufseinsteigerbonus und steuerliche Vorteile.
📈 Kapitalanlage
Neben Garantieprodukten sollen erstmals auch förderfähige Altersvorsorgedepots ohne Beitragsgarantie möglich sein. Dadurch kann ein größerer Anteil des Kapitals in Fonds und ETFs investiert werden.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich geförderter Altersvorsorgevertrag, innerhalb dessen das Vorsorgekapital in Fonds, ETFs und weitere zugelassene Kapitalanlagen investiert werden kann.
Sie zahlen regelmäßig eigene Beiträge ein. Hinzu kommen – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – staatliche Zulagen und gegebenenfalls steuerliche Vorteile. Beiträge, Zulagen und erwirtschaftete Erträge bilden gemeinsam das für den Ruhestand bestimmte Vertragsvermögen.
Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Riester-Rente besteht darin, dass ein Altersvorsorgedepot auch ohne Garantie auf den Erhalt der eingezahlten Beiträge angeboten werden kann. Dadurch kann ein größerer Teil des Kapitals langfristig am Kapitalmarkt angelegt werden. Das eröffnet höhere Renditechancen, bedeutet zugleich aber auch, dass der Vertragswert schwanken und zeitweise unter den eingezahlten Beiträgen liegen kann.
Das Grundprinzip unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen langfristigen Vorsorgelösungen: Sie zahlen eigenes Geld ein, der Staat ergänzt – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – die Förderung, und das gesamte Kapital wird anschließend langfristig investiert.
Anders als bei einem gewöhnlichen ETF-Depot ist das Altersvorsorgedepot an gesetzliche Vorgaben gebunden. Dafür profitieren Sie – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – von staatlichen Zulagen und möglichen steuerlichen Vorteilen.
Der Gesetzgeber verfolgt damit das Ziel, die Vorteile staatlicher Förderung mit den langfristigen Ertragschancen internationaler Kapitalmärkte zu verbinden. Die konkrete Ausgestaltung hängt jedoch von den späteren Produkten der jeweiligen Anbieter ab. Unterschiede können insbesondere bei den Kosten, der Auswahl der Anlagekonzepte, den Auszahlungsoptionen, den Garantien und der Flexibilität bestehen. Ein sorgfältiger Vergleich wird deshalb auch künftig eine wichtige Rolle spielen.
So funktioniert die staatliche Förderung
Anders als bei einem gewöhnlichen Wertpapierdepot sparen Sie beim Altersvorsorgedepot nicht ausschließlich mit Ihrem eigenen Geld. Erfüllen Sie die gesetzlichen Voraussetzungen, beteiligt sich der Staat am Vermögensaufbau durch Zulagen und gegebenenfalls steuerliche Vorteile.
Die Höhe der Förderung richtet sich künftig insbesondere nach Ihren eigenen Einzahlungen sowie Ihrer persönlichen Lebenssituation.
Welche Förderung ist vorgesehen?
Die staatliche Förderung besteht aus mehreren Bausteinen. Welche Förderung Sie tatsächlich erhalten, hängt insbesondere von Ihrer jährlichen Einzahlung sowie Ihrer persönlichen Situation ab – beispielsweise Kindern oder einem Berufseinstieg.
Nach dem derzeitigen Gesetzesstand sind insbesondere folgende Förderbestandteile vorgesehen:
- Grundzulage für förderberechtigte Personen,
- Kinderzulagen für jedes kindergeldberechtigte Kind,
- Berufseinsteigerbonus für junge Sparer sowie
- steuerliche Vorteile im Rahmen der Einkommensteuer.
Die Förderung wird dabei nicht pauschal ausgezahlt, sondern richtet sich nach den tatsächlich geleisteten Eigenbeiträgen. Wer mehr einzahlt, kann grundsätzlich auch eine höhere Förderung erhalten – allerdings nur bis zu den gesetzlich vorgesehenen Höchstgrenzen.
Wichtig: Die nachfolgenden Beträge geben die ab 2027 geltende Fördersystematik vereinfacht wieder. Die tatsächliche Förderung setzt insbesondere eine persönliche Förderberechtigung, die ordnungsgemäße Beitragszahlung und gegebenenfalls die Zuordnung der Kinderzulage zum jeweiligen Vertrag voraus.
Grundzulage
Die Grundzulage bildet den Kern der neuen Förderung. Ihre Höhe richtet sich danach, wie viel Sie innerhalb eines Kalenderjahres selbst einzahlen:
- Für eigene Einzahlungen bis zu 360 EUR pro Jahr erhalten Sie eine Zulage in Höhe von 50 Prozent. Bei einer Einzahlung von 360 EUR beträgt die Grundzulage somit 180 EUR.
- Für den Teil Ihrer Einzahlung, der über 360 EUR hinausgeht, erhalten Sie bis zu einer jährlichen Gesamteinzahlung von 1.800 EUR eine weitere Zulage in Höhe von 25 Prozent.
- Bei einer eigenen Einzahlung von 1.800 EUR erreichen Sie die maximale Grundzulage von 540 EUR pro Jahr.
Für den Anspruch auf die Grundzulage müssen grundsätzlich mindestens 120 EUR pro Jahr beziehungsweise durchschnittlich 10 EUR monatlich in den eigenen Vertrag eingezahlt werden. Gefördert werden eigene Einzahlungen bis zu 1.800 EUR jährlich. Darüber hinaus können zwar weitere Beiträge eingezahlt werden; diese erhöhen jedoch nicht mehr die Grundzulage.

Maximale Grundzulage
Zahlen Sie monatlich 150 EUR beziehungsweise jährlich 1.800 EUR ein, erhalten Sie nach der vorgesehenen Förderformel eine Grundzulage von 540 EUR. Damit fließen innerhalb eines Jahres insgesamt 2.340 EUR in Ihren Altersvorsorgevertrag – mögliche Erträge aus der Kapitalanlage noch nicht berücksichtigt.
Bereits ohne Kinder kann die staatliche Förderung je nach Eigenbeitrag mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.
Kinderzulage
Für jedes kindergeldberechtigte Kind soll zusätzlich eine Kinderzulage von bis zu 300 EUR pro Jahr gezahlt werden. Auch diese Förderung richtet sich nach dem eigenen Beitrag: Für jeden selbst eingezahlten Euro erhalten Sie je zugeordnetem Kind einen weiteren Euro Kinderzulage – höchstens jedoch 300 EUR pro Kind und Jahr.
Das bedeutet beispielsweise:
- Bei 120 EUR eigener Einzahlung beträgt die Kinderzulage 120 EUR je Kind.
- Bei 300 EUR eigener Einzahlung wird die maximale Kinderzulage von 300 EUR je Kind erreicht.
- Höhere Einzahlungen erhöhen die Kinderzulage nicht weiter.
Insbesondere für Familien kann sich dadurch eine hohe Förderung im Verhältnis zum eigenen Beitrag ergeben. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Kind dem Vertrag förderrechtlich zugeordnet ist und ein Anspruch auf Kinderzulage besteht.
Berufseinsteigerbonus
Wer zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, kann zusätzlich einen einmaligen Berufseinsteigerbonus von 200 EUR erhalten. Voraussetzung ist unter anderem, dass eine unmittelbare Förderberechtigung besteht und im betreffenden Jahr mindestens 120 EUR in den eigenen Altersvorsorgevertrag eingezahlt werden.
Der Bonus soll jungen Menschen einen zusätzlichen Anreiz geben, frühzeitig mit dem Aufbau ihrer privaten Altersvorsorge zu beginnen. Wer früh beginnt, profitiert dadurch gleich doppelt: von der zusätzlichen Förderung und von einem längeren Anlagezeitraum.
Möglicher zusätzlicher Steuervorteil
Neben den Zulagen können eigene Beiträge und die zustehenden Zulagen im Rahmen des gesetzlichen Höchstbetrags als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Das Finanzamt prüft im Zuge der Einkommensteuerveranlagung, ob die daraus resultierende Steuerentlastung höher ist als die bereits gewährten Zulagen. Ist dies der Fall, wird die Differenz als zusätzlicher Steuervorteil berücksichtigt.
Wie hoch dieser Vorteil ausfällt, hängt insbesondere vom zu versteuernden Einkommen, dem persönlichen Steuersatz, der Höhe der Beiträge und den erhaltenen Zulagen ab. Er lässt sich deshalb nicht pauschal beziffern.
Nach der neuen Regelung können grundsätzlich bis zu 1.800 EUR eigener Beitrag zuzüglich des jeweiligen Zulagenanspruchs im Rahmen des Sonderausgabenabzugs berücksichtigt werden.
Mit dem folgenden Rechner erhalten Sie eine erste überschlägige Orientierung, welche staatlichen Zulagen nach dem derzeitigen Gesetzesstand möglich wären.
Die staatlichen Zulagen erhöhen nicht unmittelbar Ihre Rendite. Sie erhöhen jedoch den Betrag, der von Beginn an für Sie am Kapitalmarkt arbeiten kann.
Mögliche Zulagenförderung
Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich Grund- und Kinderzulagen je nach Eigenbeitrag und Familiensituation zusammensetzen können. Ein möglicher zusätzlicher Steuervorteil sowie der einmalige Berufseinsteigerbonus sind nicht berücksichtigt.
| Beispiel | Familie mit zwei Kindern – geringer Beitrag | Familie mit zwei Kindern – volle Kinderzulage | Alleinstehende Person – maximale Grundzulage |
|---|---|---|---|
| Eigener Beitrag pro Monat | 10 EUR | 30 EUR | 150 EUR |
| Eigener Beitrag pro Jahr | 120 EUR | 360 EUR | 1.800 EUR |
| Grundzulage | 60 EUR | 180 EUR | 540 EUR |
| Kinderzulage für das erste Kind | 120 EUR | 300 EUR | – |
| Kinderzulage für das zweite Kind | 120 EUR | 300 EUR | – |
| Staatliche Zulagen insgesamt | 300 EUR | 780 EUR | 540 EUR |
| Insgesamt im Vertrag angelegt | 420 EUR | 1.140 EUR | 2.340 EUR |
| Zulagen im Verhältnis zum Eigenbeitrag | 250 % | rund 217 % | 30 % |
Familie mit zwei Kindern
Geringer Eigenbeitrag
- Eigener Beitrag pro Monat
- 10 EUR
- Eigener Beitrag pro Jahr
- 120 EUR
- Grundzulage
- 60 EUR
- Kinderzulage erstes Kind
- 120 EUR
- Kinderzulage zweites Kind
- 120 EUR
- Staatliche Zulagen insgesamt
- 300 EUR
- Insgesamt im Vertrag angelegt
- 420 EUR
- Zulagenquote
- 250 %
Familie mit zwei Kindern
Volle Kinderzulage
- Eigener Beitrag pro Monat
- 30 EUR
- Eigener Beitrag pro Jahr
- 360 EUR
- Grundzulage
- 180 EUR
- Kinderzulage erstes Kind
- 300 EUR
- Kinderzulage zweites Kind
- 300 EUR
- Staatliche Zulagen insgesamt
- 780 EUR
- Insgesamt im Vertrag angelegt
- 1.140 EUR
- Zulagenquote
- rund 217 %
Alleinstehende Person
Maximale Grundzulage
- Eigener Beitrag pro Monat
- 150 EUR
- Eigener Beitrag pro Jahr
- 1.800 EUR
- Grundzulage
- 540 EUR
- Kinderzulage erstes Kind
- –
- Kinderzulage zweites Kind
- –
- Staatliche Zulagen insgesamt
- 540 EUR
- Insgesamt im Vertrag angelegt
- 2.340 EUR
- Zulagenquote
- 30 %
Die Berechnungen beziehen sich auf ein vollständiges Beitragsjahr. Ein möglicher Berufseinsteigerbonus, zusätzliche steuerliche Vorteile, Kosten und Kapitalerträge sind nicht berücksichtigt.
Wie ist die berechnete Förderung einzuordnen?
Eine hohe Zulagenquote bedeutet, dass der Staat im Verhältnis zu Ihrem eigenen Beitrag einen vergleichsweise großen Zuschuss leistet. Sie ist jedoch keine Aussage über die spätere Rendite des Vertrags.
Ob ein Altersvorsorgedepot insgesamt wirtschaftlich attraktiv ist, hängt zusätzlich von der Laufzeit, der gewählten Kapitalanlage, den Produktkosten, der Wertentwicklung und den Bedingungen der späteren Auszahlungsphase ab. Auch ein hoher Zulagenanspruch ersetzt deshalb keinen sorgfältigen Produktvergleich.
Warum wird die Riester-Rente reformiert?
Als die Riester-Rente im Jahr 2002 eingeführt wurde, sollte sie den schrittweisen Rückgang des gesetzlichen Rentenniveaus ausgleichen und die private Altersvorsorge durch staatliche Förderung attraktiver machen. Über viele Jahre war sie das wichtigste staatlich geförderte Vorsorgeprodukt in Deutschland.
In den vergangenen Jahren zeigte sich jedoch zunehmend Reformbedarf. Die verpflichtende vollständige Beitragsgarantie erschwerte es den Anbietern insbesondere während der langanhaltenden Niedrigzinsphase, das Kapital stärker in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder breit gestreute Investmentfonds zu investieren. Gleichzeitig wurden die Förderregeln von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern als komplex empfunden.
Mit der Altersvorsorgereform verfolgt der Gesetzgeber daher mehrere Ziele:
- langfristig höhere Renditechancen ermöglichen,
- die staatliche Förderung vereinfachen,
- den Zugang für weitere Personengruppen erleichtern,
- die private Altersvorsorge stärker am Kapitalmarkt ausrichten und
- die Attraktivität staatlich geförderter Vorsorge insgesamt erhöhen.
Die Reform soll deshalb nicht lediglich die Riester-Rente modernisieren, sondern ein neues Fördersystem schaffen, das langfristigen Vermögensaufbau stärker mit den Chancen internationaler Kapitalmärkte verbindet.
Für viele Menschen wird die gesetzliche Rente allein voraussichtlich nicht ausreichen, um den bisherigen Lebensstandard vollständig zu sichern. Je früher zusätzlich Vermögen aufgebaut wird, desto stärker kann der langfristige Zinseszinseffekt wirken. Das Altersvorsorgedepot soll genau dabei unterstützen: Eigenes Sparen, staatliche Förderung und die Ertragschancen der Kapitalmärkte miteinander zu verbinden.
Warum setzt die Reform stärker auf den Kapitalmarkt?
Die Reform verfolgt das Ziel, einen größeren Teil des Vorsorgekapitals langfristig an den internationalen Kapitalmärkten anzulegen. Der Hintergrund ist einfach: Während Sparbücher oder festverzinsliche Anlagen meist nur begrenzte Erträge erzielen, konnten breit gestreute Aktienmärkte über sehr lange Zeiträume historisch häufig deutlich höhere Renditen erwirtschaften.
Kurzfristig können Aktienmärkte deutlichen Schwankungen unterliegen. Für eine Altersvorsorge spielt jedoch vor allem der langfristige Anlagehorizont eine Rolle. Über Zeiträume von mehreren Jahrzehnten konnten breit gestreute Aktienanlagen historisch häufig höhere Renditen erzielen als klassische festverzinsliche Anlagen.
Eine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen gibt es selbstverständlich nicht. Dennoch bildet diese langfristige Erfahrung einen wesentlichen Grund dafür, weshalb der Gesetzgeber den Kapitalmarkt künftig stärker in die staatlich geförderte Altersvorsorge einbeziehen möchte.
Vereinfacht gesagt: Nicht der Kapitalmarkt gilt heute als das eigentliche Problem der Altersvorsorge, sondern eine zu geringe Beteiligung am Kapitalmarkt über viele Jahrzehnte.

Was ist ein ETF?
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der die Entwicklung eines bestimmten Index möglichst genau nachbildet.
Anstatt gezielt einzelne Unternehmen auszuwählen, investieren Sie mit einem ETF gleichzeitig in viele hundert oder sogar tausende Unternehmen weltweit. Dadurch wird das Risiko auf zahlreiche Branchen und Länder verteilt.
Breit gestreute ETFs können eine transparente und vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit sein, langfristig an der Entwicklung zahlreicher Unternehmen, Branchen und Länder teilzunehmen. Die breite Streuung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen, verhindert aber keine zwischenzeitlichen Verluste. ETFs unterliegen Wertschwankungen und sind nicht automatisch für jede Risikoneigung oder jeden Anlagezeitraum geeignet.
Mehr über ETFs in der Altersvorsorge erfahren Sie auf unserer Seite zu diesem Thema.
Das Altersvorsorgedepot auf einen Blick
Merkmal
Geplanter Stand
Einführung
01.01.2027
Förderung
Staatliche Zulagen und steuerliche Förderung
Kapitalanlage
Investmentfonds, ETFs und weitere förderfähige Kapitalanlagen
Garantie
Altersvorsorgedepot ohne Garantie; daneben Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Kapitalgarantie möglich
Ziel
langfristiger Vermögensaufbau
Bestehende Riester-Verträge
bleiben grundsätzlich bestehen
Automatischer Wechsel
nein
Produkte
Banken und Versicherer entwickeln derzeit konkrete Angebote

Hinweis
Der gesetzliche Rahmen für das Altersvorsorgedepot ist beschlossen. Welche konkreten Produkte Banken, Versicherer, Fondsgesellschaften und weitere Anbieter ab 2027 anbieten werden, steht derzeit noch nicht vollständig fest. Aussagen zu Kosten, Rendite, ETF-Auswahl oder Auszahlungsoptionen lassen sich daher erst treffen, sobald belastbare Produktinformationen veröffentlicht wurden.
Altersvorsorgedepot und Riester-Rente im Vergleich
Die geplante Reform übernimmt zahlreiche Grundgedanken der bisherigen Riester-Rente, entwickelt das Konzept jedoch in wesentlichen Punkten weiter. Ziel ist insbesondere eine stärkere Kapitalmarktorientierung sowie eine einfachere und flexiblere staatliche Förderung.
Da sich einzelne Produktmerkmale noch in der Umsetzung befinden, kann sich die konkrete Ausgestaltung bis zum Marktstart einzelner Anbieter noch verändern. Die folgende Übersicht zeigt den derzeit bekannten Reformstand.
Merkmal
Bisherige Riester-Rente
Geplantes Altersvorsorgedepot
Einführung
2002
geplant ab 2027
Staatliche Förderung
Feste Grund- und Kinderzulagen sowie möglicher Steuervorteil
Beitragsabhängige Grund- und Kinderzulagen sowie möglicher Steuervorteil
Erforderlicher Eigenbeitrag
Einkommensabhängiger Mindesteigenbeitrag; wenigstens 60 EUR jährlich
Mindestens 120 EUR jährlich; Zulagen richten sich nach dem tatsächlich gezahlten Beitrag
Grundzulage
bis zu 175 EUR jährlich
bis zu 540 EUR jährlich
Kinderzulage
je nach Geburtsjahr bis zu 185 oder 300 EUR jährlich
bis zu 300 EUR jährlich je Kind, abhängig vom Eigenbeitrag
Garantie
Zu Beginn der Auszahlungsphase müssen Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen
Altersvorsorgedepot ohne Garantie möglich; daneben Garantieprodukte mit 80 oder 100 Prozent Garantie
Kapitalanlage
Fondsanlagen möglich, aber durch Garantieanforderungen häufig begrenzt
Stärkere Kapitalmarktausrichtung mit Fonds, ETFs und weiteren zugelassenen Anlagen möglich
Renditechance
Abhängig von Produkt, Kosten und Kapitalanlage
Höhere Chancen möglich, aber auch größere Wertschwankungen
Standardprodukt
Kein einheitliches Standarddepot
Einfaches Standarddepot mit Standardeinstellungen und Kostenbegrenzung vorgesehen
Auszahlungsphase
Grundsätzlich lebenslange Rente; Teilkapitalauszahlung möglich
Lebenslange Rente oder langlaufender Auszahlungsplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr
Bestehende Verträge
Können fortgeführt werden
Kein automatischer Wechsel erforderlich
Anbieterwechsel
Übertragung grundsätzlich möglich, Kosten und Garantien beachten
Wechselmöglichkeiten sollen erleichtert werden; konkrete Konditionen bleiben produktabhängig
Das Altersvorsorgedepot übernimmt zentrale Elemente der bisherigen geförderten Altersvorsorge – insbesondere die Zweckbindung, staatliche Förderung und nachgelagerte Besteuerung. Neu sind vor allem die beitragsabhängige Förderung, die breitere Produktauswahl und die Möglichkeit eines Altersvorsorgedepots ohne verpflichtende Beitragsgarantie.
Was bedeutet die Reform für bestehende Riester-Verträge?
Eine der häufigsten Fragen lautet, ob bestehende Riester-Verträge mit Einführung des Altersvorsorgedepots automatisch umgestellt oder gekündigt werden müssen.
Nach derzeitigem Stand lautet die Antwort: Nein.
Bestehende Riester-Verträge behalten grundsätzlich ihre Gültigkeit. Sie müssen weder gekündigt noch automatisch in ein neues Produkt umgestellt werden. Die vertraglich zugesagten Leistungen richten sich weiterhin nach dem bestehenden Vertrag.
Ob eine Fortführung, Beitragsreduzierung, Beitragsfreistellung oder spätere Übertragung in ein neues Altersvorsorgeprodukt sinnvoll ist, muss individuell geprüft werden. Entscheidend sind insbesondere:
- die konkreten Kosten und Leistungen eines möglichen neuen Produkts.
- der aktuelle Vertragswert und die bereits erhaltenen Zulagen,
- vorhandene Garantien,
- Abschluss- und laufende Kosten,
- die verwendeten Fonds oder Anlagekonzepte,
- der garantierte und aktuelle Rentenfaktor,
- die verbleibende Laufzeit,
- die Förderberechtigung und Zulagenhistorie,
- die Auszahlungsbedingungen sowie
- die konkreten Kosten und Leistungen eines möglichen neuen Produkts.
Unsere Empfehlung
Kündigen Sie einen bestehenden Riester-Vertrag nicht allein wegen der Einführung des Altersvorsorgedepots. Bei einer förderschädlichen Kündigung können Zulagen und gewährte Steuervorteile zurückgefordert werden. Außerdem können vorhandene Garantien und bereits gezahlte Abschlusskosten wirtschaftlich verloren gehen. Häufig kommen neben der Kündigung auch eine Fortführung, Beitragsanpassung, Beitragsfreistellung oder spätere Übertragung in Betracht.
Sinnvoll ist zunächst eine Bestandsaufnahme des bestehenden Vertrags. Sobald konkrete neue Produkte verfügbar sind, können Fortführung, Beitragsfreistellung und ein möglicher Wechsel sachgerecht miteinander verglichen werden.
Besitzen Sie bereits einen Riester-Vertrag, sollten Sie nicht nur die neue Förderung betrachten. Entscheidend sind auch Vertragswert, Kosten, Zulagen, Garantien, Rentenfaktor und die Folgen einer möglichen Beitragsfreistellung oder Übertragung. Eine ausführliche Prüfliste finden Sie in unserem Ratgeber Riester-Vertrag prüfen: behalten, freistellen oder später wechseln. Auch unser Vertragscheck Altersvorsorge dürfte in diesem Fall interessant für Sie sein. Wir prüfen unter anderem, ob eine Fortführung, Beitragsfreistellung oder später ein Wechsel sinnvoll sein könnte.
Welche Chancen bietet das Altersvorsorgedepot?
Die Reform verfolgt das Ziel, staatliche Förderung und langfristigen Vermögensaufbau stärker miteinander zu verbinden. Ob dieses Ziel erreicht wird, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie Banken und Versicherer die gesetzlichen Vorgaben in konkrete Produkte umsetzen.
Aus heutiger Sicht zeichnen sich bereits mehrere mögliche Vorteile des Altersvorsorgedepots ab.
Langfristig höhere Renditechancen
Eine stärkere Nutzung von Investmentfonds und ETFs eröffnet langfristig größere Ertragschancen als eine ausschließlich sicherheitsorientierte Kapitalanlage. Gerade bei Anlagezeiträumen von mehreren Jahrzehnten können Schwankungen an den Kapitalmärkten häufig besser ausgeglichen werden als bei kurzfristigen Investments.
Einfachere Förderung
Die staatliche Förderung soll übersichtlicher und leichter verständlich werden. Dadurch könnte die geförderte Altersvorsorge künftig für mehr Menschen interessant werden.
Größere Produktauswahl
Neben klassischen Versicherungslösungen werden voraussichtlich auch depotbasierte Vorsorgemodelle angeboten. Dadurch erhalten Verbraucher künftig mehr Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich Kosten, Flexibilität und Anlagestrategie.
Mehr individuelle Gestaltung
Je nach Anbieter könnten Anleger künftig stärker selbst entscheiden, wie ihr Vorsorgekapital investiert wird und welche Schwerpunkte – beispielsweise nachhaltige Investments oder weltweite Aktienfonds – sie setzen möchten.
Förderung und Kapitalmarktrendite können zusammenwirken
Beim Altersvorsorgedepot kann die staatliche Förderung vom Beginn an mitinvestiert werden. Dadurch arbeitet nicht nur der eigene Beitrag, sondern auch das zusätzlich gewährte Förderkapital langfristig am Kapitalmarkt.
Dieser Effekt kann besonders bei langer Vertragsdauer und hoher Zulagenberechtigung relevant sein. Er macht einen Vertrag aber nicht automatisch wirtschaftlich überlegen: Hohe Kosten, eine ungeeignete Anlagestrategie oder unflexible Auszahlungsregeln können einen Teil des Fördervorteils wieder aufzehren.
Für wen könnte das Altersvorsorgedepot interessant sein?
Ob das Altersvorsorgedepot später die passende Form der privaten Altersvorsorge ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem das Einkommen, die Familiensituation, der Anlagehorizont, die persönliche Risikobereitschaft sowie die konkreten Eigenschaften der künftig verfügbaren Produkte.
Das Altersvorsorgedepot ist nur ein Baustein der privaten Altersvorsorge. Eine Übersicht aller Vorsorgemöglichkeiten finden Sie in unserem großen Überblick zur Altersvorsorge.
Nach aktuellem Stand könnte das neue Konzept insbesondere für folgende Personengruppen interessant sein:
Berufseinsteiger und junge Erwerbstätige
Wer noch mehrere Jahrzehnte bis zum Ruhestand hat, verfügt über einen langen Anlagehorizont. Kurzfristige Schwankungen an den Kapitalmärkten verlieren dadurch häufig an Bedeutung, während langfristige Renditechancen stärker in den Vordergrund treten. Gleichzeitig können staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile den Vermögensaufbau zusätzlich unterstützen.
Familien mit Kindern
Familien profitierten bereits bei der Riester-Rente häufig überdurchschnittlich von der staatlichen Förderung. Auch im neuen System sollen staatliche Zulagen weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Gerade bei mehreren Kindern kann die Förderung einen erheblichen Beitrag zum langfristigen Vermögensaufbau leisten.
Gutverdienende
Auch Personen mit höherem Einkommen können von den steuerlichen Förderungen profitieren. Ob sich das Altersvorsorgedepot gegenüber anderen Vorsorgelösungen – etwa einer fondsgebundenen Rentenversicherung, einer Basisrente oder einem ungeförderten ETF-Depot – tatsächlich lohnt, hängt jedoch von der individuellen Situation ab. Ein pauschales “besser” oder “schlechter” gibt es nicht.
Personen mit einem bestehenden ETF-Sparplan
Wer bereits regelmäßig in ein ungefördertes ETF-Depot investiert, muss dieses mit Einführung des Altersvorsorgedepots nicht zwangsläufig ersetzen.
Ein ungefördertes Depot bietet regelmäßig einen flexibleren Zugriff auf das Vermögen. Das Altersvorsorgedepot kann dagegen staatliche Zulagen und steuerliche Vorteile bieten, bindet das Kapital aber stärker an den Vorsorgezweck und die gesetzlichen Regeln der Auszahlungsphase.
Ob eine Ergänzung, teilweise Verlagerung oder unveränderte Fortführung des privaten ETF-Sparplans sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Förderquote, den Produktkosten und dem gewünschten Maß an Flexibilität ab.
Selbständige
Die Altersvorsorgereform soll den Kreis der Förderberechtigten erweitern. Dadurch könnten künftig auch weitere Selbständige Zugang zur staatlich geförderten privaten Altersvorsorge erhalten. Welche Voraussetzungen im Einzelfall gelten und welche Produktlösungen angeboten werden, wird sich mit der endgültigen Umsetzung der Reform zeigen.
Sicherheitsorientierte Anleger
Wer möglichst geringe Wertschwankungen bevorzugt und großen Wert auf garantierte Leistungen legt, sollte die konkrete Produktgestaltung genau prüfen. Eine stärkere Kapitalmarktorientierung eröffnet langfristig zwar höhere Ertragschancen, geht jedoch regelmäßig auch mit größeren zwischenzeitlichen Schwankungen einher.
Worauf sollten Verbraucher besonders achten?
Mit Einführung des Altersvorsorgedepots wird sich der Blick vieler Verbraucher zunächst auf die staatliche Förderung richten. Mindestens ebenso wichtig sind jedoch die Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten.
Bereits geringe Abweichungen bei den Kosten, der Anlagestrategie oder den Auszahlungsregelungen können sich über mehrere Jahrzehnte erheblich auf das spätere Vermögen auswirken. Wie Sie diese Kriterien richtig bewerten, erklären wir ausführlich auf unserer Seite zum Vergleich von Rentenversicherungen.
Aus unserer Sicht sollten insbesondere folgende Punkte sorgfältig verglichen werden:
Kosten
Kosten mindern unmittelbar den Teil der Kapitalmarktrendite, der tatsächlich bei Ihnen ankommt. Relevant sind insbesondere Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Verwaltungskosten, Depotentgelte sowie die Kosten der eingesetzten Fonds oder ETFs.
Bereits wenige Zehntelprozentpunkte Unterschied bei den jährlichen Effektivkosten können über mehrere Jahrzehnte einen erheblichen Einfluss auf das spätere Vertragsvermögen haben. Beim Vergleich sollten deshalb stets die vollständigen Effektivkosten betrachtet werden – nicht nur einzelne Gebühren oder eine beworbene günstige ETF-Auswahl. Für das vorgesehene Standarddepot ist eine Begrenzung der durchschnittlichen jährlichen Renditeminderung durch Kosten auf 1,0 Prozent vorgesehen; andere Produkte können hiervon abweichen.
Anlagestrategie
Nicht jedes Altersvorsorgedepot wird dieselbe Kapitalanlage verwenden.
Entscheidend sind beispielsweise
- die Auswahl der Investmentfonds oder ETFs,
- die weltweite Diversifikation,
- nachhaltige Anlagestrategien,
- automatische Umschichtungen vor Rentenbeginn sowie
- das Risikomanagement.
Flexibilität
Auch die Möglichkeiten während der Vertragslaufzeit unterscheiden sich voraussichtlich zwischen den Anbietern.
Wichtige Fragen sind unter anderem:
- Können Beiträge angepasst werden?
- Sind Zuzahlungen möglich?
- Kann die Beitragszahlung pausiert werden?
- Sind Fondswechsel möglich?
- Lassen sich Auszahlungen flexibel gestalten?
Auszahlungsphase
Nicht nur die Kapitalanlage während der Ansparphase, sondern auch die spätere Auszahlung gehört zu den wichtigsten Vergleichskriterien.
Vorgesehen sind insbesondere:
- eine lebenslange Rentenzahlung,
- ein langfristiger Auszahlungsplan, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr reicht,
- sowie produktabhängige Regelungen für Hinterbliebene und verbleibendes Restkapital.
Zu prüfen ist daher nicht nur, wie viel Vermögen voraussichtlich aufgebaut wird, sondern auch, wie flexibel, kostengünstig und verlässlich dieses Vermögen später ausgezahlt werden kann.
Staatliche Förderung
Nicht jedes Vorsorgeprodukt wird automatisch förderfähig sein.
Vor einem Abschluss sollte geprüft werden,
- ob sämtliche Fördervoraussetzungen erfüllt werden,
- welche Eigenbeiträge erforderlich sind und
- wie sich Zulagen und steuerliche Förderung im individuellen Fall auswirken.
Chancen und Risiken im Überblick
Wie jede langfristige Kapitalanlage bietet auch das Altersvorsorgedepot sowohl Chancen als auch Risiken.
Chancen
- staatliche Zulagen und mögliche steuerliche Vorteile
- langfristige Beteiligung an den Kapitalmärkten
- höhere Renditechancen durch den Verzicht auf eine verpflichtende Vollgarantie
- breitere Auswahl an Depot- und Garantieprodukten
- einfachere beitragsabhängige Förderung
- flexible Auszahlungspläne als Alternative zur lebenslangen Rente
- Förderung arbeitet von Anfang an mit: Ein besonderer Vorteil staatlicher Zulagen besteht darin, dass sie bereits während der Ansparphase mit investiert werden
Risiken
- Wertschwankungen und Verluste bei kapitalmarktorientierter Anlage
- keine Garantie der eingezahlten Beiträge beim reinen Altersvorsorgedepot
- langfristige Bindung des Vermögens an den Vorsorgezweck
- Produktkosten können einen Teil von Förderung und Rendite aufzehren
- eingeschränktere Verfügbarkeit als bei einem gewöhnlichen ETF-Depot
- steuerliche Belastung der Leistungen in der Auszahlungsphase
- Unterschiede bei Anlageauswahl, Umschichtungen und Auszahlungsbedingungen
Unsere Einschätzung
Das Altersvorsorgedepot hat das Potenzial, die staatlich geförderte private Altersvorsorge deutlich attraktiver zu machen als die bisherige Riester-Rente. Ob daraus tatsächlich überzeugende Produkte entstehen, entscheidet jedoch nicht allein das Gesetz, sondern vor allem die konkrete Umsetzung durch Banken und Versicherer.
Deshalb empfehlen wir, spätere Angebote nicht allein anhand der Förderung oder prognostizierter Renditen zu beurteilen, sondern insbesondere auf Kosten, Kapitalanlage, Flexibilität und Auszahlungsbedingungen zu achten.
Aktueller Stand der Reform
Stand: Juli 2026
Der Deutsche Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz im März 2026 beschlossen. Der Start des neuen Systems ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen. Banken, Versicherer und weitere Anbieter bereiten derzeit ihre konkreten Altersvorsorgedepots, Garantieprodukte und Standardangebote vor.
Die wesentlichen gesetzlichen Eckpunkte stehen damit fest. Noch nicht abschließend beurteilen lassen sich dagegen die tatsächliche Produktauswahl, die angebotenen ETFs und Fonds, die Kosten einzelner Verträge sowie die konkrete Qualität der Anlage- und Auszahlungsmodelle.
PROTECTO wird die verfügbaren Angebote nach ihrem Marktstart hinsichtlich Förderung, Effektivkosten, Kapitalanlage, Flexibilität und Auszahlungsbedingungen vergleichen und diese Seite entsprechend aktualisieren.
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Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot
Was ist ein Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich geförderter Altersvorsorgevertrag, innerhalb dessen Beiträge und Zulagen in Fonds, ETFs und weitere zugelassene Kapitalanlagen investiert werden können. Anders als bei bisherigen Riester-Produkten kann es ohne Garantie auf den Erhalt der eingezahlten Beiträge angeboten werden.
Wann startet das Altersvorsorgedepot?
Die neuen Altersvorsorgeprodukte können ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Welche Anbieter bereits zum Starttermin marktreife Altersvorsorgedepots bereitstellen, wird sich im weiteren Verlauf des Jahres 2026 zeigen.
Wie hoch ist die Grundzulage?
Die Grundzulage kann bis zu 540 EUR pro Jahr betragen. Für die ersten 360 EUR Eigenbeitrag beträgt sie 50 Prozent. Für weitere Einzahlungen bis zu insgesamt 1.800 EUR werden 25 Prozent Zulage gewährt.
Wie hoch ist die Kinderzulage?
Für jedes kindergeldberechtigte und dem Vertrag zugeordnete Kind kann eine Kinderzulage von bis zu 300 EUR jährlich gezahlt werden. Die Zulage entspricht grundsätzlich dem eigenen Beitrag bis zu 300 EUR je Kind.
Gibt es einen Mindestbeitrag?
Für den Anspruch auf die Grundzulage müssen grundsätzlich mindestens 120 EUR pro Jahr in den eigenen Altersvorsorgevertrag eingezahlt werden.
Gibt es einen Berufseinsteigerbonus?
Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch nicht 25 Jahre alt ist und die weiteren Fördervoraussetzungen erfüllt, kann einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 EUR erhalten.
Muss ich meinen bestehenden Riester-Vertrag kündigen?
Nein. Bestehende Riester-Verträge können grundsätzlich fortgeführt werden. Eine vorschnelle Kündigung kann Zulagen, Steuervorteile und vorhandene Garantien gefährden. Weitere Informationen zu Fortführung, Beitragsänderung, Freistellung, Kündigung und späterer Übertragung finden Sie auf unserer Seite zur Prüfung bestehender Riester-Verträge.
Kann ich aus einem Riester-Vertrag in ein Altersvorsorgedepot wechseln?
Ein Wechsel soll grundsätzlich möglich sein. Ob er wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom bestehenden Vertrag und den Konditionen des neuen Produkts ab. Vor einem Wechsel sollten insbesondere Garantien, Kosten, Restlaufzeit und Förderfolgen geprüft werden.
Ist das Altersvorsorgedepot garantiert?
Das reine Altersvorsorgedepot kann ohne Garantie angeboten werden. Daneben soll es Produkte mit 80 oder 100 Prozent Kapitalgarantie geben. Mehr Garantie reduziert regelmäßig den Spielraum für eine renditeorientierte Kapitalanlage.
Kann der Wert des Altersvorsorgedepots fallen?
Ja. Werden Beiträge in Fonds oder ETFs investiert, kann der Vertragswert schwanken und zeitweise auch unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Ein langer Anlagehorizont kann Schwankungen abmildern, schließt Verluste aber nicht aus.
Ist ein Altersvorsorgedepot besser als ein normales ETF-Depot?
Nicht grundsätzlich. Das Altersvorsorgedepot bietet staatliche Förderung und mögliche Steuervorteile, bindet das Kapital jedoch stärker an den Vorsorgezweck. Ein gewöhnliches ETF-Depot ist meist flexibler verfügbar, wird aber nicht in gleicher Weise gefördert.
Wie wird das Geld im Alter ausgezahlt?
Vorgesehen sind lebenslange Renten sowie langfristige Auszahlungspläne, die mindestens bis zum 85. Lebensjahr reichen. Die konkreten Möglichkeiten und Kosten hängen vom jeweiligen Produkt ab.
Werden Auszahlungen besteuert?
Die Leistungen unterliegen grundsätzlich der nachgelagerten Besteuerung. Beiträge und Zulagen werden während der Ansparphase gefördert; die späteren Auszahlungen sind nach den dann geltenden steuerlichen Regeln zu versteuern.
Welche Kosten können entstehen?
Möglich sind unter anderem Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Verwaltungskosten, Depotentgelte sowie Fonds- oder ETF-Kosten. Für die langfristige Bewertung sollten die vollständigen Effektivkosten des Produkts betrachtet werden.
Für wen könnte das Altersvorsorgedepot besonders interessant sein?
Interessant kann es insbesondere für langfristig orientierte Sparer, Familien mit Kindern, junge Berufstätige und Personen mit einem relevanten steuerlichen Fördervorteil sein. Die Eignung hängt jedoch stets von der individuellen Förderung, den Produktkosten und der gewünschten Flexibilität ab.
Altersvorsorgedepot vergleichen – sobald belastbare Angebote vorliegen
Das Altersvorsorgedepot kann staatliche Förderung und langfristigen Kapitalaufbau sinnvoll miteinander verbinden. Ob ein konkretes Angebot überzeugt, zeigt sich jedoch erst im Vergleich von Kosten, Anlagekonzept, Flexibilität und Auszahlungsbedingungen.
PROTECTO beobachtet die Entwicklung des Marktes und prüft die neuen Produkte, sobald belastbare Angebote und Vertragsbedingungen vorliegen.
Wir unterstützen Sie dabei:
- Ihre persönliche Förderung einzuordnen,
- das Altersvorsorgedepot mit Riester, ETF-Depot und fondsgebundener Rentenversicherung zu vergleichen,
- Kosten und Kapitalanlage transparent zu bewerten und
- eine Lösung auszuwählen, die zu Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft passt.
