Was die Reform ab 2027 für bestehende Riester-Verträge bedeutet und wie Sie Fortführung, Beitragsanpassung, Freistellung oder einen späteren Wechsel richtig beurteilen
Wer bereits einen Riester-Vertrag besitzt, muss wegen der Reform der privaten Altersvorsorge nicht vorschnell handeln. Bestehende Verträge können grundsätzlich fortgeführt werden. Ab 2027 kommen neue geförderte Altersvorsorgeprodukte hinzu, darunter Altersvorsorgedepots ohne verpflichtende Beitragsgarantie und Garantieprodukte mit einer neuen Förderlogik.
Ob ein bestehender Riester-Vertrag fortgeführt, im Beitrag angepasst, beitragsfrei gestellt oder später übertragen werden sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind der konkrete Vertragswert, bereits erhaltene Zulagen, vorhandene Garantien, Kosten, Anlagekonzept, Rentenfaktor, Restlaufzeit und die Bedingungen der späteren Auszahlungsphase.
Diese Seite richtet sich deshalb insbesondere an Personen, die bereits einen Riester-Vertrag besitzen und ihre Handlungsoptionen prüfen möchten. Die Funktionsweise, Förderung, Chancen und Risiken des neuen Altersvorsorgedepots erläutern wir ausführlich auf unserer separaten Seite zum Altersvorsorgedepot ab 2027.
Ein bestehender Riester-Vertrag sollte deshalb weder allein wegen der Reform gekündigt noch vorschnell beitragsfrei gestellt oder übertragen werden. Zunächst sollte geprüft werden, welche Garantien, Zulagen, Vertragswerte und sonstigen Vorteile bereits vorhanden sind und welche wirtschaftlichen Folgen die jeweilige Handlungsoption hätte.
Inhalt
Warum bestehende Riester-Verträge jetzt neu eingeordnet werden sollten
Die Reform der privaten Altersvorsorge führt nicht dazu, dass bestehende Riester-Verträge automatisch beendet oder wirtschaftlich wertlos werden. Alte Verträge können weiterhin Zulagen, steuerliche Vorteile, garantierte Leistungen und besondere Vertragsbedingungen enthalten.
Gleichzeitig entstehen ab 2027 neue geförderte Produktformen, die stärker am Kapitalmarkt ausgerichtet sein können. Dadurch verändern sich die Vergleichsmöglichkeiten. Ein bestehender Riester-Vertrag sollte künftig nicht nur isoliert betrachtet, sondern mit den tatsächlich verfügbaren neuen Produkten und anderen Vorsorgelösungen verglichen werden.
Entscheidend ist jedoch stets der konkrete Vertrag. Ein kostengünstiger Altvertrag mit hohen Zulagen, guten Garantien oder einem vorteilhaften Rentenfaktor kann weiterhin sinnvoll sein. Ein teurer oder wenig renditestarker Vertrag kann dagegen Anlass für eine Beitragsanpassung, Freistellung oder spätere Übertragung geben.
Pauschale Aussagen wie „Riester lohnt sich immer“ oder „Riester muss sofort gekündigt werden“ sind deshalb nicht sachgerecht.
Welche Vorteile ein bestehender Riester-Vertrag enthalten kann
DEin bestehender Riester-Vertrag kann wirtschaftlich relevante Rechte und Vorteile enthalten, die bei einer Kündigung, Freistellung oder Übertragung berücksichtigt werden müssen.
Dazu können insbesondere gehören:
- bereits erhaltene Grund- und Kinderzulagen,
- zusätzliche steuerliche Vorteile,
- eine Garantie der eingezahlten Beiträge und Zulagen zum Beginn der Auszahlungsphase,
- ein garantierter Rentenfaktor,
- ältere Rechnungsgrundlagen oder Garantiezinsen,
- bereits weitgehend bezahlte Abschlusskosten,
- Hinterbliebenen- oder Rentenoptionen,
- besondere Bedingungen für Wohn-Riester sowie
- eine hohe Förderquote bei geringem eigenen Beitrag.
Ob diese Vorteile im konkreten Vertrag tatsächlich wertvoll sind, hängt von den Vertragsbedingungen, Kosten, der bisherigen Entwicklung und der persönlichen Fördersituation ab.
Warum Riester häufig kritisch gesehen wurde
Nicht jeder bestehende Riester-Vertrag ist wirtschaftlich überzeugend. Problematisch können insbesondere hohe Abschluss- und Verwaltungskosten, teure Fonds, geringe Aktienquoten, schwache Überschussbeteiligungen oder ungünstige Bedingungen in der Rentenphase sein.
Bei fondsgebundenen Verträgen sollte geprüft werden, wie hoch die tatsächliche Aktienquote ist, welche Fonds verwendet werden und ob kostengünstige Alternativen zur Verfügung stehen. Bei klassischen oder hybriden Verträgen ist relevant, welcher Anteil des Beitrags tatsächlich investiert wird und wie die Garantie finanziert wird.
Auch ein hoher Vertragswert allein genügt nicht für die Beurteilung. Entscheidend ist, welche künftigen Leistungen aus dem vorhandenen Kapital entstehen und welche Kosten bis zum Rentenbeginn und während der Auszahlung noch anfallen.
Ein weiterer Kritikpunkt war die Komplexität. Zulagen mussten beantragt und korrekt zugeordnet werden. Änderungen bei Einkommen, Kindern, Familienstand oder Förderberechtigung konnten Auswirkungen auf die optimale Beitragshöhe haben. Wer den Mindesteigenbeitrag nicht richtig zahlte, riskierte gekürzte Zulagen.
Auch bestehende Riester-Verträge sollten nicht nur nach der Frage bewertet werden, ob „Riester gut oder schlecht“ ist. Entscheidend sind immer die konkreten Vertragsdaten: Kosten, Garantien, aktueller Vertragswert, Zulagenhistorie, Rentenfaktor, Fondsanlage, Ablaufleistung, Auszahlungsbedingungen und steuerliche Folgen.
Was die Reform für bestehende Riester-Verträge verändert
Ab 2027 können neue staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukte angeboten werden. Dazu gehören Altersvorsorgedepots ohne verpflichtende Beitragsgarantie sowie Produkte mit unterschiedlichen Garantiequoten.
Für bestehende Riester-Verträge bedeutet dies zunächst keinen automatischen Wechsel. Der Vertrag bleibt bestehen, solange der Vertragsinhaber keine andere Entscheidung trifft. Eine spätere Übertragung in ein neues förderfähiges Produkt kann grundsätzlich in Betracht kommen, sollte aber erst geprüft werden, wenn konkrete Angebote, Kosten und Übertragungsbedingungen feststehen.
Eine ausführliche Darstellung der neuen Förderung, der Kapitalanlage, der Auszahlungsphase sowie der Chancen und Risiken finden Sie auf unserer Seite zum Altersvorsorgedepot ab 2027.
Für Inhaber eines bestehenden Riester-Vertrags ist dagegen vor allem entscheidend, ob die Vorteile des Altvertrags größer oder kleiner sind als die möglichen Vorteile eines neuen Produkts.
Welche Handlungsoptionen Sie bei einem Riester-Vertrag haben
Bei einem bestehenden Riester-Vertrag kommen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten in Betracht. Welche davon sinnvoll ist, hängt vom konkreten Vertrag und der persönlichen Situation ab.
Riester-Vertrag unverändert fortführen
Eine unveränderte Fortführung kann sinnvoll sein, wenn der Vertrag weiterhin eine hohe Förderquote erzielt, die Kosten vertretbar sind, die Garantien wertvoll sind und das Anlagekonzept zur verbleibenden Laufzeit passt.
Beitrag anpassen
Eine Beitragserhöhung kann erforderlich sein, um die volle bisherige Zulage zu erhalten. Eine Reduzierung kann sinnvoll sein, wenn die bisherige Einzahlung nicht mehr zur finanziellen Situation passt oder der Vertrag nur noch mit einem geringeren Beitrag fortgeführt werden soll. Dabei sollte geprüft werden, wie sich die Änderung auf Zulagen, Garantien und spätere Leistungen auswirkt.
Vertrag beitragsfrei stellen
Bei einer Beitragsfreistellung werden zunächst keine weiteren Beiträge gezahlt. Das vorhandene Vertragsguthaben bleibt grundsätzlich im Vertrag. Zulagen und steuerliche Vorteile für künftige Beitragsjahre entfallen jedoch regelmäßig. Auch laufende Kosten können weiterhin anfallen.
Guthaben für die Tilgung einer selbst genutzten Immobilie einsetzen
Das geförderte Guthaben eines Riester-Vertrags kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen ganz oder teilweise als sogenannter Altersvorsorge-Eigenheimbetrag entnommen und zur Tilgung eines Darlehens verwendet werden, das für die Anschaffung oder Herstellung einer selbst genutzten Wohnung oder eines selbst genutzten Hauses aufgenommen wurde. Die Entnahme gilt dann grundsätzlich nicht als förderschädliche Kündigung; die gewährten Zulagen und Steuervorteile müssen deshalb nicht allein aufgrund der Entnahme zurückgezahlt werden.
Diese Möglichkeit kann insbesondere dann interessant sein, wenn ein Immobiliendarlehen reduziert, eine Anschlussfinanzierung entlastet oder die vollständige Entschuldung vor dem Ruhestand erreicht werden soll. Vor der Entnahme sollten jedoch die ersparten Darlehenszinsen, der Verlust der weiteren Kapitalanlage im Riester-Vertrag, die spätere Besteuerung des Wohnförderkontos und die Auswirkungen auf die Altersvorsorgeleistung miteinander verglichen werden.
Vertrag kündigen
Eine Kündigung ist regelmäßig eine förderschädliche Verwendung. Bereits gewährte Zulagen und steuerliche Vorteile können vom Vertragsguthaben abgezogen und zurückgeführt werden. Zudem können Garantien und bereits gezahlte Abschlusskosten wirtschaftlich verloren gehen. Eine Kündigung sollte deshalb erst nach einer konkreten Berechnung erfolgen.
Später in ein neues Produkt übertragen
Eine Übertragung in ein Altersvorsorgedepot oder ein anderes neues Förderprodukt kann künftig interessant sein, wenn das neue Produkt niedrigere Kosten, bessere Anlageoptionen oder passendere Auszahlungsbedingungen bietet. Dem müssen mögliche Wechselkosten, der Verlust alter Garantien und die Konditionen des neuen Vertrags gegenübergestellt werden.
Welche Vertragsunterlagen und Kennzahlen geprüft werden sollten
Für eine belastbare Beurteilung sollten nicht nur der aktuelle Vertragswert und die bisher eingezahlten Beiträge betrachtet werden. Erforderlich ist eine Prüfung der Vertragsunterlagen und der aktuellen Standmitteilung.
Besonders relevant sind:
- Vertragsbeginn und vereinbarter Rentenbeginn,
- bisher eingezahlte Eigenbeiträge,
- erhaltene Grund- und Kinderzulagen,
- zusätzlich gewährte Steuervorteile,
- aktueller Vertrags- oder Rückkaufswert,
- garantierte Leistung zum Rentenbeginn,
- garantierter und aktueller Rentenfaktor,
- Höhe und Verteilung der Abschlusskosten,
- laufende Verwaltungskosten,
- Fondskosten und sonstige Anlagekosten,
- verwendete Fonds und tatsächliche Aktienquote,
- bestehende Garantie- und Umschichtungsmechanismen,
- Kosten und Bedingungen einer Beitragsfreistellung,
- mögliche Wechsel- oder Übertragungskosten,
- Hinterbliebenenregelungen sowie
- Auszahlungs- und Verrentungsbedingungen.
Erst aus dem Zusammenspiel dieser Punkte lässt sich beurteilen, ob eine Fortführung, Änderung, Freistellung oder spätere Übertragung vorteilhaft sein kann.Gerade weil sich die Rechtslage ändert und neue Produkte erst entstehen, ist eine vorschnelle Entscheidung riskant. Häufig ist es sinnvoll, zunächst die Vertragsdaten zu prüfen und die konkrete Produktlandschaft abzuwarten.
Altersvorsorgedepot ab 2027
Das neue Altersvorsorgedepot erläutern wir auf einer eigenen Seite. Dort finden Sie insbesondere Informationen zu:
- staatlicher Grund- und Kinderzulage,
- Berufseinsteigerbonus,
- Fonds- und ETF-Anlage,
- Produkten mit und ohne Garantie,
- steuerlicher Behandlung,
- Auszahlungsphase,
- Chancen und Risiken sowie
- späteren Produktvergleichen.
Auf dieser Seite konzentrieren wir uns hingegen auf die Prüfung und Einordnung bereits bestehender Riester-Verträge.
Bestehenden Riester-Vertrag mit Alternativen vergleichen
Ein bestehender Riester-Vertrag sollte nicht nur anhand seiner bisherigen Wertentwicklung beurteilt werden. Für einen sachgerechten Vergleich sind auch mögliche Alternativen zu betrachten.
Dazu können künftig ein Altersvorsorgedepot, eine ETF-Rentenversicherung, ein frei verfügbares ETF-Depot oder eine Kombination mehrerer Bausteine gehören.
Dabei erfüllen die Lösungen unterschiedliche Funktionen:
- Ein bestehender Riester-Vertrag kann Zulagen, steuerliche Vorteile und Garantien enthalten.
- Ein Altersvorsorgedepot verbindet staatliche Förderung mit einer stärker kapitalmarktorientierten Anlage.
- Ein ETF-Depot bietet hohe Flexibilität, aber keine besondere Altersvorsorgeförderung.
- Eine ETF-Rentenversicherung kann steuerliche und versicherungsvertragliche Vorteile in der Auszahlungsphase bieten.
Entscheidend ist deshalb nicht, welche Produktart allgemein als besser gilt, sondern welche Lösung nach Kosten, Förderung, Risiko, Flexibilität, Laufzeit und Auszahlungsbedingungen zur persönlichen Situation passt.
Wann ein späterer Wechsel geprüft werden kann
Ein späterer Wechsel oder eine Übertragung kann insbesondere dann geprüft werden, wenn:
- der bestehende Vertrag hohe laufende Kosten aufweist,
- die Anlageoptionen dauerhaft unattraktiv sind,
- die Garantie einen großen Teil des Kapitals in renditearme Anlagen zwingt,
- der bestehende Rentenfaktor oder die Auszahlungsbedingungen ungünstig sind,
- das neue Produkt eine deutlich bessere Kosten- und Anlagestruktur bietet,
- die vorhandenen Garantien des Altvertrags nur einen geringen wirtschaftlichen Wert haben und
- die Kosten der Übertragung den erwarteten Vorteil nicht aufzehren.
Eine endgültige Entscheidung sollte erst getroffen werden, wenn ein konkretes neues Produkt mit vollständigen Kosten-, Anlage- und Auszahlungsinformationen vorliegt.
Für wen ein bestehender Riester-Vertrag weiterhin sinnvoll sein kann
Eine Fortführung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:
- die Zulagen im Verhältnis zum Eigenbeitrag hoch sind,
- Kinderzulagen genutzt werden,
- nur ein geringer Eigenbeitrag für die volle Förderung erforderlich ist,
- der Vertrag günstige Altbedingungen oder Garantien enthält,
- der garantierte Rentenfaktor attraktiv ist,
- die Abschlusskosten bereits weitgehend bezahlt wurden,
- die laufenden Kosten vertretbar sind,
- die verbleibende Laufzeit kurz ist oder
- eine Kündigung oder Übertragung erhebliche wirtschaftliche Nachteile verursachen würde.
Auch ein nicht optimaler Vertrag muss deshalb nicht automatisch gekündigt werden. Je nach Situation kann eine Beitragsreduzierung oder Beitragsfreistellung wirtschaftlich sinnvoller sein.
Typische Fehler in der Übergangsphase
Fehler 1: Alte Riester-Verträge vorschnell kündigen
Nur weil die Riester-Förderung reformiert wird, ist ein bestehender Vertrag nicht automatisch schlecht. Vor Kündigung, Beitragsfreistellung oder Übertragung sollten Kosten, Garantien, Zulagen, Vertragswert und steuerliche Folgen geprüft werden.
Fehler 2: Einen Wechsel beurteilen, bevor konkrete neue Produkte vorliegen
Erst anhand eines konkreten neuen Produkts lässt sich beurteilen, ob eine Übertragung tatsächlich vorteilhaft wäre. Erforderlich sind vollständige Informationen zu Kosten, Fondsauswahl, Garantien, Wechselkosten, Flexibilität und Auszahlungsphase.
Fehler 3: Nur auf Zulagen oder Steuervorteile schauen
Eine hohe Förderung ist vorteilhaft, kann aber durch hohe Vertrags- und Fondskosten teilweise aufgezehrt werden. Umgekehrt kann ein Vertrag trotz mäßiger Rendite wegen hoher Zulagen oder wertvoller Garantien weiterhin sinnvoll sein. Maßgeblich ist die Gesamtbetrachtung.
Fehler 4: Beitragsfreistellung und Kündigung gleichsetzen
Bei einer Beitragsfreistellung bleibt das Vertragsguthaben grundsätzlich im Vertrag, während keine neuen Beiträge mehr gezahlt werden. Bei einer Kündigung wird der Vertrag dagegen beendet; Zulagen und steuerliche Vorteile können zurückgeführt werden. Die wirtschaftlichen Folgen unterscheiden sich erheblich.
Fehler 5: Nur den aktuellen Vertragswert vergleichen
Ein hoher Vertragswert sagt noch nicht, welche spätere Rente oder Auszahlung daraus entsteht. Für den Vergleich sind auch Rentenfaktor, Verrentungskosten, Garantien, Überschüsse, Auszahlungsregeln und Besteuerung entscheidend.
Fehler 6: Garantien entweder überbewerten oder vollständig ignorieren
Eine Garantie ist weder automatisch wertvoll noch grundsätzlich schädlich. Ihr wirtschaftlicher Nutzen hängt von ihrer Höhe, der Restlaufzeit, dem dafür erforderlichen Sicherungsaufwand und den persönlichen Risikopräferenzen ab.
So prüfen wir Riester und Altersvorsorgedepot
Wir betrachten Riester und Altersvorsorgedepot nicht isoliert, sondern im Zusammenhang Ihrer gesamten Altersvorsorge. Dabei geht es nicht darum, automatisch alte Verträge zu ersetzen oder neue Produkte zu bevorzugen. Im Mittelpunkt steht eine nachvollziehbare Einordnung.
Wir prüfen insbesondere:
- Ihre Förderberechtigung,
- Einkommen und Familienstand,
- Kinderzulagen und bisherige Zulagenhistorie,
- bestehende Riester-Verträge,
- Vertragswert und Garantien,
- Kosten und laufende Belastungen,
- Fondsanlage und Renditechancen,
- Rentenfaktor und Auszahlungsoptionen,
- steuerliche Rahmenbedingungen,
- mögliche Alternativen wie ETF-Depot, ETF-Rentenversicherung, Basisrente oder betriebliche Altersversorgung,
- potenzielle Vor- und Nachteile einer späteren Übertragung in die neue Systematik.
Sobald konkrete Altersvorsorgedepot-Produkte verfügbar sind, können diese zusätzlich anhand von Kosten, Fondsauswahl, Förderlogik, Flexibilität und Auszahlungsregeln verglichen werden.
Kurze Selbstprüfung
Eine Prüfung von Riester und Altersvorsorgedepot kann sinnvoll sein, wenn mehrere der folgenden Aussagen auf Sie zutreffen:
- Sie haben bereits einen Riester-Vertrag.
- Sie wissen nicht, ob sich Ihr bestehender Vertrag noch lohnt.
- Sie möchten verstehen, was sich ab 2027 ändern soll.
- Sie überlegen, ob ein Altersvorsorgedepot künftig für Sie interessant sein könnte.
- Sie möchten staatliche Förderung nutzen, aber keine unpassenden Altprodukte fortführen.
- Sie haben Kinder oder erwarten Veränderungen bei Einkommen oder Familienstand.
- Sie möchten Riester, Altersvorsorgedepot, ETF-Depot und ETF-Rentenversicherung sinnvoll vergleichen.
- Sie möchten vor einer Kündigung, Beitragsfreistellung oder Übertragung eine fachliche Einordnung.
Wenn Sie keinen Riester-Vertrag haben und vor allem maximale Flexibilität wünschen, kann auch ein ETF-Depot oder eine andere Vorsorgestruktur passender sein. Wenn staatliche Förderung und langfristige Zweckbindung wichtig sind, kann die neue Förderung später interessant werden.
Häufige Fragen zu bestehenden Riester-Verträgen
Wird Riester abgeschafft?
Nein. Bestehende Riester-Verträge werden durch die Reform nicht automatisch beendet. Sie können grundsätzlich fortgeführt, im Beitrag geändert oder beitragsfrei gestellt werden. Für Neuverträge gilt ab 2027 eine neue Fördersystematik mit neuen Produktarten.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist eine neue staatlich geförderte Produktform, in der das Vorsorgekapital insbesondere in Fonds und ETFs investiert werden kann. Es kann auch ohne vollständige Beitragsgarantie angeboten werden. Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Seite zum Altersvorsorgedepot ab 2027.
Gibt es schon konkrete Altersvorsorgedepot-Produkte?
Die Anbieter bereiten ihre Produkte derzeit für den Marktstart ab 2027 vor. Ein belastbarer Vergleich ist erst möglich, wenn vollständige Informationen zu Kosten, Anlagekonzept, Garantien, Übertragungsbedingungen und Auszahlungsphase vorliegen.
Sollte ich meinen Riester-Vertrag kündigen?
Eine Kündigung sollte erst nach einer individuellen Berechnung erfolgen. Regelmäßig werden dabei bereits gewährte Zulagen und steuerliche Vorteile vom Vertragsguthaben abgezogen. Außerdem können Garantien und bereits gezahlte Abschlusskosten wirtschaftlich verloren gehen. Häufig sollten zunächst auch Fortführung, Beitragsreduzierung und Beitragsfreistellung verglichen werden.
Kann ich meinen Riester-Vertrag später in ein Altersvorsorgedepot übertragen?
Eine spätere Übertragung in ein neues förderfähiges Produkt ist grundsätzlich vorgesehen. Ob sie wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt jedoch von den Bedingungen des alten und des neuen Vertrags ab. Zu prüfen sind insbesondere Wechselkosten, der Verlust bestehender Garantien, die Kosten und Anlageoptionen des neuen Produkts sowie die verbleibende Laufzeit.
Ist eine Beitragsfreistellung besser als eine Kündigung?
Häufig verursacht eine Beitragsfreistellung geringere unmittelbare Nachteile als eine Kündigung, weil der Vertrag bestehen bleibt und Zulagen nicht allein durch die Freistellung zurückgefordert werden. Dennoch können laufende Kosten weiter anfallen, und künftige Zulagen entfallen. Welche Option besser ist, muss anhand des konkreten Vertrags geprüft werden.
Kann ich meinen Riester-Beitrag reduzieren?
Der Beitrag kann bei vielen Verträgen angepasst werden. Eine Reduzierung kann jedoch die Höhe der Zulagen beeinflussen. Vor der Änderung sollte berechnet werden, welcher Eigenbeitrag für die gewünschte Förderung erforderlich ist und wie sich die Reduzierung auf Garantien und spätere Leistungen auswirkt.
Was sollte ich jetzt tun?
Fordern Sie zunächst die aktuelle Standmitteilung, die ursprünglichen Vertragsunterlagen und eine Übersicht der erhaltenen Zulagen an. Anschließend sollten Vertragswert, Kosten, Garantien, Rentenfaktor, Anlagekonzept und mögliche Folgen einer Änderung oder Kündigung verglichen werden. Eine Entscheidung über einen späteren Wechsel sollte erst getroffen werden, wenn konkrete neue Produkte verfügbar sind.
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- erhaltene Zulagen,
- Kosten und Fonds,
- Garantien und Rentenfaktor,
- verbleibende Laufzeit,
- Auswirkungen einer Beitragsänderung oder Freistellung sowie
- mögliche Vor- und Nachteile einer späteren Übertragung.
Auf dieser Grundlage lassen sich Fortführung, Beitragsanpassung, Freistellung und ein späterer Wechsel nachvollziehbar miteinander vergleichen. Vereinbaren Sie ein Gespräch, wenn Sie Ihren bestehenden Riester-Vertrag prüfen lassen möchten.
